Winterreifen Kauftipps

Wenn die kalte Jahreszeit näher rückt, sind Winterreifen unentbehrlich. Sie bieten deutlich mehr Sicherheit auf Schnee, Matsch und Eis. Kein Wunder, dass in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern die Winterreifenpflicht gilt. Deshalb sollten Sie beim Kauf von Winterreifen auf folgende Aspekte unbedingt achten.

Der richtige Zeitpunkt – Preisvorteil und Sicherheit

Der richtige Zeitpunkt ist beim Thema Winterreifen doppelt wichtig. Nur wer rechtzeitig auf Winterreifen wechselt, ist vor plötzlichen Wintereinbruch sicher. Machen Sie am besten direkt für Anfang Oktober einen Termin in der Werkstatt oder beim Reifenservice. So fahren Sie in jedem Fall sicher und sparen sich späteren Stress bei der Suche nach freien Werkstatt-Terminen. Neben dem Wechselzeitpunkt kann auch der Kaufzeitpunkt von Winterreifen einen Unterschied machen. Und zwar für Ihren Geldbeutel. Im Frühling oder Sommer liegt die Nachfrage von Winterreifen bei den Händlern praktisch bei null. Oft lagern noch irgendwo Restbestände, die Sie unter Marktpreis einkaufen können.

Ein Vergleich lohnt sich

Viele Autofahrer wenden sich beim Winterreifenkauf an einen beliebigen Reifenhändler in ihrer Nähe. Das freut zwar den Händler, aber Sie greifen tiefer in die eigene Tasche, denn Online- Händler unterbieten sich preislich gegenseitig und Sie profitieren von einem günstigeren Preis für gewünschte Winterreifen.

Namhafte Hersteller & günstige Alternativen

Qualität kostet mehr. Und wer billig kauft, kauft oft. Das ist auch bei Winterreifen so. Wer zu bekannten Marken wie Pirelli, Michelin, GoodyearDunlopContinental oder Bridgestone greift, zahlt oft mehr, kann sich aber fast immer hervorragender Qualität sicher sein. Viele der großen Hersteller produzieren neben Premium-Produkten auch gute Qualitätsreifen, die beispielsweise unter Namen laufen wie Uniroyal, Semperit, Barum (alles Continental), Fulda, (Dunlop bzw. Goodyear), Firestone, Dayton (Bridgestone) etc. Reifen dieser Marken sind oft ein guter preislicher Kompromiss.

Reifengröße

Achten Sie auch beim Kauf von Winterreifen unbedingt auf die passende Reifengröße. Die passende Reifengröße für Ihr Fahrzeug erfahren Sie in den Fahrzeugpapieren. Bei der Auswahl der Winterreifen rate ich davon ab die größtmögliche Breite der Reifen zu wählen. Tatsächlich ist bei schmaleren Reifen der Grip auf Schnee und Eis besser und das spezielle Profil des Winterreifens kann seine volle Kraft entfalten. Auch der Load- und Speed-Index muss zum Wagen passen. T- gekennzeichnete Reifen sind bis maximal 190 km/h zulässig, H- bis 210 km/h und V- bis 240km/h.  Überschreitet die Höchstgeschwindigkeit Ihres Fahrzeugs den Speed-Index Ihrer Winterreifen, dürfen Sie diese nur fahren, wenn Sie einen speziellen Geschwindigkeitsaufkleber im Sichtbereich des Fahrers aufkleben.

Reifenalter

Sowohl bei lokalen Reifenhändlern als auch im Online-Handel werden Winterreifen immer wieder zu Schnäppchenpreise angeboten. Doch Vorsicht! Falls der Preis zu gut ist, um wahr zu sein, erkundigen Sie sich unbedingt nach dem Alter der Reifen. Auch ungebrauchte Reifen verlieren mit jedem Jahr an Qualität. Nach spätestens 10 Jahren sind Reifen nicht mehr für die Straße zu gebrauchen. Anhand der DOT-Nummer (direkt hinter der Reifengröße an der Seitenwand des Reifens) können Sie das genaue Produktionsdatum eines Reifens ermitteln. Die DOT-Nummer 2319 zum Beispiel besagt, dass der Reifen in der 23. Kalenderwoche 2019 produziert wurde. Falls ein Online-Händler keine Angaben zum Alter der Reifen macht, lassen Sie lieber die Finger davon. Im Idealfall empfehle ich nur Winterreifen aus aktueller Produktion oder dem vergangenem Jahr.

Kauf von gebrauchten Reifen

Wenn das eigene Budget für neue Reifen nicht ausreicht, ist man auf gebrauchte angewiesen. Hierbei sind folgende Aspekte unbedingt zu beachten: Neben dem Alter (wie oben bereits beschrieben) sollten die Reifen unbedingt gleichmäßig abgefahren sein. Oft genug kommt vor, dass aufgrund der fehlerhaften Spureinstellung die Pneus einseitig (meist innen) abgefahren sind und deshalb verkauft werden. Des Weiteren sollten Sie auf die sogenannte Sägezahnbildung achten. Damit ist eine unregelmäßige Schräg-Abnutzung von Profilblöcken gemeint, die für lautes Abrollgeräusch der Reifen sorgt. Dafür reicht, wenn Sie mit der Handfläche über die Lauffläche des Reifens in beide Richtungen führen. Im Idealfall sollte sich der Reifen glatt anfühlen, auf keinen Fall rau oder ruppig. 

Kennzeichnung

Die Winterreifenpflicht schreibt vor, dass Winterreifen ans Auto gehören, sobald sich Schnee, Eis oder Reif auf der Straße befinden. Winterreifen sind durch die Kennzeichnung M+S (Matsch und Schnee) gekennzeichnet. Doch diese Kennzeichnung ist nur noch übergangsweise zulässig. Die veränderte Winterreifenpflicht besagt, dass ab 2024 nur noch das Schneeflockensymbol mit den drei Berggipfeln als ausreichende Kennzeichnung gilt (3 Peak Mountain Snow Flake, 3PMSF).

Profiltiefe

Die Fähigkeit der Profilrillen Wasser und Schnee abzuleiten und aufzunehmen, wird mit jedem eingebüßten Millimeter Profiltiefe schlechter. Bei vier Millimetern verlängert sich der Bremsweg auf Winterreifen durchschnittlich um zehn Prozent. Merke! Je geringer die Profiltiefe, desto länger der Bremsweg! Meine Empfehlung an dieser Stelle: Bei einer Profiltiefe von 4mm und weniger sollten Sie  sich Gedanken über neue Winterreifen machen! Die gesetzlich vorgeschriebenen 1,6mm sollte auf keinen Fall unterschritten werden.

Vorsicht vor Billigreifen

Oft greifen Autofahrer auf No-Name-Reifen aus Fernost zurück, da sie im Vergleich zu Qualitätsreifen deutlich günstiger sind. Der große Nachteil bei Billigfabrikaten sind minderwertige Materialmischungen und Verarbeitungen, die für schlechtere Bodenhaftung bei Schnee und Matsch sorgen. Vertrauen Sie hier lieber auf Marken-Qualität. Denn, wenn der Bremsweg länger wird, können Billigreifen nämlich am Ende richtig teuer werden!

Allwetterreifen als Alternative?

Obwohl die Nachfrage an Ganzjahresreifen kontinuierlich steigt, kommen sie an die Leistungen guter Sommer- und Winterreifen nicht heran. Sie zeigen deutliche Schwächen sowohl bei hochsommerlichen Temperaturen auf trockener Fahrbahn, als auch bei Nässe und Schnee. Meine Empfehlung an dieser Stelle: für Kurzstrecken in der Stadt sind Allwetterreifen  ausreichend, wer täglich viel unterwegs ist, sollte auf Winterreifen zurückgreifen.

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